Das in Möhrendorf bei Erlangen ansässige Softwareunternehmen imbus hat sich Ende März rückwirkend zum 1. Januar 2001 in eine Aktiengesellschaft gewandelt. Die imbus AG ist Spezialist in den Bereichen Software-Qualitätssicherung und Software-Test und zählt nach eigenen Angaben in Deutschland zu den führenden Dienstleistern auf diesem Gebiet.

Wichtigster Grund für die Umwandlung in eine AG ist laut Vorstand Tilo Linz die Einführung eines Programms zur Mitarbeiterbeteiligung, denn ein Börsengang ist zumindest in nächster Zeit nicht geplant. Mit der Wandlung zur Aktiengesellschaft erfolgte auch eine Kapitalerhöhung aus Eigenmitteln von rund 77 000 auf 550 000 Euro.

1992 wurde imbus von sechs Partnern als GmbH gegründet. Heute zählt das Unternehmen mehr als 70 Mitarbeiter (darunter drei Auszubildende zum Fachinformatiker und eine Auszubildende im Bereich Verwaltung) und kann jährlich ein Personalwachstum von etwa 30 Prozent verzeichnen. Die 100-Mitarbeiter-Marke soll spätestens zum Jahresende erreicht sein. Im letzten Jahr eröffnete das Unternehmen eine neue Geschäftsstelle in München mit mittlerweile acht Mitarbeitern, um die steigende Nachfrage an Software-Services im süddeutschen Raum bewältigen zu können. Ab April dieses Jahres gibt es zudem ein Büro in Frankfurt/Main.

Die Kernkompetenzen der imbus AG liegen in den Bereichen Software-Qualitätssicherung, Testmanagement und Testautomatisierung. Das Testlabor ist eine echte imbus-Innovation", erklärt Linz den Erfolg des Unternehmenskonzepts. Die imbus AG bietet auch Beratung rund um modernes Software-Qualitätsmanagement.

Zum Kundenkreis zählen Softwarehersteller sowie Behörden und Großunternehmen aus den verschiedensten Branchen, wie beispielsweise Hewlett Packard, Lucent Technologies Network Systems, Siemens, Datev oder auch die Oberfinanzdirektion Nürnberg. Im Jahr 2000 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 4,3 Mio. Euro, für 2001 wird eine Umsatzsteigerung auf 5,5 Mio. Euro erwartet.

Bereits 1998 wurde mit Beteiligung von imbus ein europäisches Forschungsprojekt zur Automatisierung von Tests an Programmen mit graphischer Benutzeroberfläche erfolgreich abgeschlossen. Derzeit ist die imbus AG Partner in zwei europäischen Forschungsprojekten:

2000 wurde auf Initiative des IBM Forschungs-Laboratoriums in Haifa, Israel, das Projekt AGEDIS mit einem Projektvolumen von 4,3 Mio. Euro gestartet, an dem imbus mit 450000 Euro Eigenbeteiligung mitwirkt. Projektziel ist, neue Methoden und Verfahren zu entwickeln, die es erlauben, Softwaretests weiter zu automatisieren, als es Softwareentwicklern bisher möglich ist.

Zum 1. Januar 2001 wurde mit PETS ein weiteres Projekt im Rahmen des 5. Europäischen Forschungsprogramms bewilligt, wobei imbus als Koordinator fungiert. Internationale Partner sind Softwarefirmen in Estland und Spanien, mit den Forschungsarbeiten wurde der Lehrstuhl für Statistik und Ökonometrie an der Universität Erlangen-Nürnberg beauftragt. Das Projekt mit einem Budget von ca. 550000 Euro hat eine Laufzeit von zwei Jahren mit dem Ziel, Vorhersagemodelle zur Softwarezuverlässigkeit zu verbessern und für die Praxis nutzbar zu machen.

Mit den beiden Projekten ist es der imbus AG in Kooperation mit der Uni Erlangen-Nürnberg gelungen, rund 1,35 Mio. Mark EU-Fördermittel in die Region Nürnberg zu holen. ban.

Veröffentlicht Wirtschaft für Mittelfranken, Ausgabe 04/2001